Der Zweitmarkt für Schiffsbeteiligungen!
(Für Sie geschrieben in
der Zeitschrift HANSA 05/2006)
Auf der einen Seite
ist es sehr begrüßenswert, dass sich ein Zweitmarkt
für Schiffsbeteiligungen in Deutschland entwickelt hat, der
zwischenzeitlich von vielen Marktteilnehmern akzeptiert wird.
Investoren in dieses Marktsegment sind institutionelle Anleger
gleichermaßen, wie private Kapitalanleger, weil der Markt
den Anforderungen der Nachfrage mittlerweile gerecht wird. Einige
Emissionshäuser haben eigene Handelsplattformen für
den Handel mit Secondhandbeteiligungen des eigenen Hauses ins
Leben gerufen, andere Emissionshäuser lassen die angebotenen
Secondhandbeteiligungen über institutionelle Plattformen
an der Hamburger und Düsseldorfer Börse handeln. Insgesamt
begrüßenswerte Vorgehensweisen, weil dies die Fungibilität
der Anteile an einem Schiffsfonds vergrößert.
Aber auf der anderen
Seite kann man im Grenzbereich nur erstaunt sein über die
Entwicklung dessen, was da am Markt geschieht! Die Preise, bzw.
Prozentsätze, die teilweise für Fondsanteile einzelner
Schiffsgesellschaften geboten werden, sind zum Teil recht hoch.
Man kann den Eindruck bekommen, der Zweitmarkt wird mit der "eierlegenden
Wollmilchsau" verwechselt! Sicherlich sind wir davon weit
entfernt! Trotzdem zeigen sich in der Entwicklung des Zweitmarktes
Tendenzen, die einen Vergleich mit den Entwicklungen des so genannten
"Neuen Marktes" an den Börsen Anfang der 2000er
Jahre nicht scheuen müssen!
Diese Erkenntnis beruht
auf der einfachen Fragestellung, ob es sinnvoller ist in eine
Second-handbeteiligung oder in eine Neuemission zu investieren.
Aus dem Stehgreif war ich nicht in der Lage eine schlüssige
Antwort auf diese Frage zu geben und die anschließend erarbeitete
Antwort auf diese Frage war der ausschlaggebende Punkt für
diesen Kommentar.
Um eine Vergleichsanalyse
erstellen zu können mussten erst einmal die Parameter eines
Vergleiches geschaffen werden, um eine entsprechende Berechnung
durchzuführen. Sicherlich wird es an dieser Stelle zu einer
trockenen Darstellung von Zahlenwerten kommen, weil einige Eckpunkte
definiert werden müssen, aber es ist dennoch ganz spannend.
Für meine Betrachtungen habe ich als Neuemission das Beteiligungsangebot
MS "BUXHAI", GEBAB, Meerbusch, ausgewählt. Dies
ist ein Containerschiff der 4.900 TEU-Klasse. Für einen direkten
Vergleich eignet sich dieses Beteiligungsangebot besonders, weil
am Ende einer insgesamt 12-jährigen Charterperiode eine Kaufoption
des Charterers steht. Auf Grund eigener Erfahrungen mit dem Bereederer
dieses Schiffes, NSB GmbH & Co. KG, Buxtehude, ist davon auszugehen,
dass dieses Beteiligungsangebot nach Ablauf von 11 Jahren entschuldet
sein wird. Dies führt abweichend von den prospektierten Daten
dazu, dass im 12. Jahr der Beteiligung sich die Ausschüttung
genauso verhalten wird, wie bei dem "imaginären"
Secondhandschiff, dessen Verlauf wie folgt definiert wird.
Alter der Emission
10 Jahre, erwartete Restlaufzeit 12 Jahre. Dies ist ein Erfahrungswert,
der sich aus dem Verlauf gut kalkulierter Beteiligungsangebote
ergibt. Der sinnvolle wirtschaftliche Betrieb eines Seeschiffes
beträgt rd. 22 Jahre. Die Vollentschuldung dieses Schiffes
ist nach 11 Jahren der Fall, so dass für die restlichen 11
Jahre von Ausschüttungen auszugehen ist, die zwischen 18%
und 22% liegen, bezogen auf das gezeichnete Kommandit-kapital,.
Dieser Prozentsatz wird konservativen Überlegungen sicherlich
gerecht, zumal der Pflege- und Konservierungsaufwand mit zunehmenden
Alter des Schiffes höher wird und mindestens zweimal eine
Dockung vollzogen werden muß, weil notwendige Klassearbeiten
durchgeführt werden müssen.
Von diesen Prämissen
ausgehend errechnen sich die Zahlen für das MS "BUXHAI"
verhältnismäßig einfach. Der Kauoptionspreis für
das Schiff nach 12 Jahren ist festgeschrieben mit rd. 55% der
historischen Baukosten. Dies entspricht bei voller Entschuldung
des Schiffes einem Betrag von 108% des Kommanditkapitals. Die
Anleger erhalten 9 Jahre einen Rückfluß von 8,5%, ein
Jahr 9,5% und ein Jahr zwischen 18% und 22% ihrer Kommanditeinlage.
Daraus ergibt sich addiert ein Rückfluß von 104% plus
108% aus der Kaufoption = 212%. Nach Abzug der Anfangsinvestition
von 105% verbleibt dem Anleger ein Zufluß von 107% des Kommanditkapitals.
Dies entsprich bei vereinfachter Rechnung einem Durchschnittsertrag
bei 11 Jahren von 9,72 % pro Jahr.
Bei dem Secondhandschiff
ist dies ebenfalls sehr einfach zu ermitteln, aber trotzdem ergeben
sich Unterschiede. Nach 22 Jahren wird man vernünftigerweise
nur noch von einer Verschrottung des Schiffes ausgehen können.
Der Schrottwert eines Schiffes errechnet sich aus seinem Stahlgewicht
und dieser beträgt nur rd. 10% der historischen Baukosten.
Dies entspricht etwa einem Wertanteil, bezogen auf das Kommanditkapital,
von rd. 20% des gezeichneten Kapitals.
Im Jahr der Restentschuldung
beträgt die Ausschüttung 10% und ab Entschuldung für
die restlichen 11 Jahre 18% pro Jahr. Dies bedeutet einen Rückfluß
einschließlich des Schrottwertes von 228%. Nach Abzug des
eingesetzten Kapitals von 100% plus rd. 3 % Nebenkosten ergibt
sich Zufluß von 125%, macht bei 12 Jahren einen Durchschnittsertrag
von 10,4% pro Jahr. Der Ertrag ist geringfügig besser als
bei dem zuvor gerechneten Neu-emissionsangebot, aber dies gilt
nur für den Fall, dass die Beteiligung zu einem Wert von
maximal 100% der Nominaleinlage erworben wurde.
An dieser Stelle greift
die Eigendynamik des Zweitmarktes ein, die oben bereits angesprochen
wurde. Die gegenwärtige Praxis zeigt nämlich, dass die
Kaufgebote für aktuell zur Veräußerung anstehende
Secondhandschiffe die Angebotsbasis von 100% bereits deutlich
hinter sich gelassen haben. Gegenwärtig gibt es Kaufangebote
im Zweitmarkt, die die 100% Grenze bereits deutlich hinter sich
gelassen haben. Kaufangebote bis zu 140% sind keine Seltenheit.
Aus diesem Grund haben ich auf der Basis der o.g. Prämissen
für das Secondhandschiff eine Tabelle erarbeitet, aus der
sich die Rentabilität der Anlage unter Betrachtung verschiedener
Ausschüttungssätze ablesen lässt.
Erwartete Rendite p.a.
aus dem Schiff |
18%
|
20%
|
22%
|
| |
|
|
|
|
Kaufpreis des Anteils
|
Rendite p.a. in %
|
Rendite p.a. in %
|
Rendite p.a. in %
|
|
100%
|
10,40
|
12,25
|
14,04
|
|
110%
|
9,58
|
11,41
|
13,25
|
|
120%
|
8,75
|
10,58
|
12,41
|
|
130%
|
7,91
|
9,75
|
11,58
|
|
140%
|
7,06
|
8,91
|
10,75
|
Natürlich ist im direkten Vergleich
zu berücksichtigen, dass bei der Neuemission ein komplettes
Ausschüttungsjahr fehlt, so dass unter Berücksichtigung
eines weiteren Ausschüttungsjahres eine Durchschnittsrendite
von über 10% p.a. erzielt würde.
Die Tabelle verdeutlich
eines ganz klar, die Rentabilität sinkt in dem Maße,
wie der Kaufpreis für die Zweitmarktbeteiligung steigt. Diese
Aussage ist von großer Bedeutung in Bezug auf das euphorische
Angebotsverhalten am neuen Markt!
Viele Secondhandschiffe,
die derzeit angeboten und nachgefragt werden, haben ihre aktuellen
Chartervertragsverlängerungen zu einer Zeit abgeschlossen,
als sich der Markt in Richtung des "all time high" bewegt
hat. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben aber gezeigt, dass
Charterverträge in Zeiten sinkender Raten, die wir zweifelsfrei
haben, auch schon nachverhandelt wurden und dies könnte sich
extrem ungünstig auf überteuerte Secondhandbeteiligungen
auswirken, sofern der Charterer mit seinem Ansinnen Erfolg hat.
Sicherlich ist es schwierig,
an dieser Stelle eine Empfehlung zu geben, weil einfach viele
Argumente für und gegen eine Secondhandbeteiligung sprechen.
Vorteilhaft ist sicherlich der Faktor, dass das Secondhandschiff
entschuldet und damit einem geringeren Risiko ausgesetzt ist als
das Schiff aus der Neuemission. Das neue Schiff ist Währungsschwankungen
und Zinssatzschwankungen aus der Finanzierung ausgesetzt, aber
die Performancechancen überwiegen m.E. diejenigen eines Secondhandschiffes
deutlich. Dies liegt einfach daran, dass im Falle der Nichtausübung
der Kaufoption beim MS "BUXHAI" eine weitergehende Beschäftigung
von rd. 10 Jahren ansteht, in der 180% - 220% Rückfluß
zu erwarten sind. Dies führt zu einer Durchschnittsrendite
nach Abzug der Anfangsinvestition von über 15% p.a.
Die Entwicklung des
Zweitmarktes ist sicherlich ein Glücksfall für die Branche
gewesen, weil Anleger heute relativ gut einschätzen können,
dass eine Beteiligung vernünftig verkauft werden kann. Trotzdem
sollte sich der Anleger nicht von der Euphorie leiten lassen,
die derzeit vom Zweitmarkt ausgeht. Vielmehr sollte der Anleger
kritisch an die Beurteilung von Marktchancen herangehen und eine
gewisse Portion Vernunft in den Vordergrund seiner Entscheidung
stellen. Dieser Kommentars dient nicht dem Zweck, den Zweitmarkt
"schlecht" zu reden, sondern er soll dazu beitragen
dem Zweitmarkt für Schiffsbeteiligungen ein Waterloo, wie
es seinerzeit der "Neue Markt" erlebt hat, zu verhindern.
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Containerschiff MS "BUXWAVE"
Den Hauptprospekt zum
Beteiligungsangebot MS "BUXWAVE"
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Das Datenblatt zum
Beteiligungsangebot MS
"BUXWAVE" finden Sie hier zum Download!
Den Zeichnungsschein
zum Beteiligungsangebot MS
"BUXWAVE" finden Sie hier zum Download!