Alle haben gewonnen...
(Sommergedanken!)
"Die Verträge sind gemacht und es wurde viel gelacht...."
hört man es häufiger aus dem Radio, vorgetragen von Marius
Müller-Westernhagen. Freudiger Jubel nahm diesen Sommer auch
kein Ende bei unseren Berliner Politikern, denn beim Feilschen (Vorstufe
zum Rabattgesetz) um den Länderfinanzausgleich haben alle gewonnen!
Der Reigen der Gewinner ist groß, haben doch Not leidende
Nehmerländer und geschröpfte Geberländer genauso
gewonnen, wie die rot-grüne Regierung und die CDU/CSU. Ein
glatter "17 : 0 - Sieg" freut sich Herr Biedenkopf von
der CDU und Herr Schröder von der SPD findet ebenfalls sein
Wohlgefallen an diesem glatten Resultat.
Der Bund und die 16 Bundesländer können
sich als Sieger feiern, und so wie es bei Westernhagen weiter heißt:
"....die Einzige die fehlt, ist Freiheit", muß man
hier sagen:
.....nur der Steuerzahler hat verloren!
Der Steuerzahler hat verloren, weil er , wie immer,
nicht mit am Tisch saß. Für viele Jahre wurde der Steuerzahler
erneut belastet, Reformen wurden unterlassen und Probleme, in gewohnter
Manier, auf die nächste Generation verschoben.
Das Zivilrecht würde einen solchen Vertrag
für unwirksam erklären, denn es ist ein Vertrag zu Lasten
Dritter, aber das öffentliche Recht, als Staatsrecht, schützt
den Steuerzahler nicht. Der hätte zwar einen Anspruch darauf,
daß verantwortungs- bewußte Politiker mit den ihnen
anvertrauten Steuergeldern auch "verantwortungsbewußt"
umgehen und wirtschaftlich denken. Aber das scheint in diesem Land
nur eine Vision zu sein!
Sieg und Niederlage des Föderalismus sind
in diesem Zusammenhang unisono zu nennen, denn die vermeintlichen
Sieger schütten Hunderte von Millionen in Fässer ohne
Boden und stützen Gebilde, die auf maroden Fundamenten stehen.
Im Artikel 29 des Grundgesetzes haben die geistigen
Mentoren dieses Gesetzes verankert, daß das Bundesgebiet neu
gegliedert werden kann für den Fall, daß Länder
auf Grund ihrer Größe nicht in der Lage sind, ihre Aufgaben
zu erfüllen! Leider ist dies eine Wunschvorstellung der Verfassungsväter
geblieben! Niemand bringt den Mut auf, die zahlungsunfähigen
Kleinstaaten und deren dazugehörige Ministerien und Behörden
abzuschaffen!
Lieber haben alle Beteiligten beschlossen, Subventionen,
Privilegien und Sonderbewertungen bis zum Jahr 2019 festzuschreiben
!
Die Feigheit und "Scheinheiligkeit"
der "Gewinner" hat auch eine Begründung: Die Wirtschaftlichkeitsklausel
des Grundgesetzes Artikel 29 "sei nur" eine "Kann
- Bestimmung".
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