Marktentwicklung der Chartermärkte
für Containerschiffe und Tanker
Containerschiffe
Die Marktentwicklung
für den Bereich der Containerschifffahrt ist momentan
sicherlich schwierig vorauszusehen. Es läßt sich
aus den derzeitigen monatlichen Charterabschlüssen, die
wir im MIRAX verarbeiten, kein einheitlicher Trend ersehen.
Der Grund dafür ist so einfach wie banal. Es werden seit
einiger Zeit nur noch verhältnismäßig wenige
Charterabschlüsse getätigt, weil gar nicht genügend
freie Containerschiffstonnage zur Verfügung steht. Dies
läßt sich an einem ganz einfachen Beispiel verdeutlichen.
In den
verschiedenen TEU-Klassen, die im MIRAX berücksichtigt
werden, gab es im Monat Juli 2004 im Bereich der Containerschiffe
ohne Ladegeschirr insgesamt 34 Charterabschlüsse, die
in die Bewertung einbezogen wurden. Im Juli 2005 lagen dagegen
nur 10 Charterabschlüsse vor, die in die Bewertung einbezogen
wurden ( ein Rückgang um 70,6%). Ganz ähnlich verhält
es sich im Bereich der Containerschiffe mit Ladegeschirr.
Da stehen 39 Charterabschlüssen im Juli 2004 nur 11 Charterabschlüsse
im Juli 2005 gegenüber (ein Rückgang um 71,7%).
Diese
deutliche Verknappung an charterfreier Tonnage macht es schwieriger,
Vorhersagen zu treffen. Aber es ist bereits seit ein paar
Monaten festzustellen, daß sich der Markt auf sehr hohem
Niveau in einen Seitwärtstrend mit leichten Abschwächungen
begeben hat. Dies geht zweifellos einher mit einem von Clarkson
Research prognostizierten Containerverkehrswachstum vom 10,2
% ( Vorjahr 13,8%), was einer deutlichen Reduzierung entspricht.
Vielleicht sollte man eher von einer Normalisierung in diesem
Zusammenhang reden, weil die Entwicklung der Märkte durch
die Faktoren China und Indien in den letzten 3 1/2 Jahren
alles andere als normal waren.
Die insgesamt
sehr positive Marktentwicklung in den letzten 3 1/2 Jahren
hat aber auch eine ungebrochene Ordertätigkeit an Neubauten
ausgelöst, die unvermindert anhält. Laut Clarkson
Research beträgt das Ordervolumen bei den Werften 413
Bauaufträge aus diesem Jahr mit zusammen mehr als 1,3
Mio. Stellplätzen. Im ersten Halbjahr 2005 sind somit
deutlich mehr Schiffe und mehr Kapazitäten bestellt worden
als in den Vergleichszeiträumen 2003 und 2004. Die Neubauaktivitäten
verwundern etwas, in Anbetracht der sehr hohen Neubaupreise.
Zwar sind die Neubaupreise auf Grund des sinkenden Stahlpreises
laut Clarkson um rd. 3 % gesunken, aber in Bezug auf Neuemissionen
von Schiffen könnte die Gefahr bestehen, daß evt.
fallende Charterraten die Neubaupreise der Schiffe nicht mehr
abdecken. Aber diese Entwicklung muß erst einmal in
Ruhe abgewartet werden, bevor Schwarzmalerei betrieben wird.
Es ist
im Juni und auch im Juli zu leichten Rückgängen
in den Charterraten gekommen ( zwischen 1 % und 4,5 % Rückgang
), aber dies läßt sich wohl eher mit den Auswirkungen
des obligatorischen Sommerloches erklären. Wichtige Zeitpunkte
für die Entwicklung des Marktes werden September 2005
und Frühjahr 2006 nach dem Chinesischen Neujahrsfest
sein. Bis zu diesen Zeitpunkten wird die Tonnagenachfrage
weiter über dem Tonnageangebot liegen. Erst danach wird
sich zeigen, ob der Markt die dann zur Ablieferung anstehende
Neubautonnage absorbieren kann.
Aktuell haben wir kein Beteiligungsangebot an einem
Containerschiff mit der Bewertung "absolut empfehlenswert"!
Tanker
Der Tankermarkt
unterliegt seit jeher eigenen Gesetzmäßigkeiten.
Ein genereller Trend kann in diesem deutlich volatileren Markt
nicht hergeleitet werden. Eine Gesetzmäßigkeit
ist aber auch in diesem Jahr zu beobachten: das Sommerloch
ist auch hier nicht wegzudiskutieren. Die Spotraten gaben
zum "Sommer" hin mehr oder weniger stark nach (
1 % bis 10 % in den verschiedenen Tankergrößen
gegenüber dem ersten Quartal 2005 ). Die Weltkonjunktur
hat sich infolge der gestiegenen Ölpreise etwas abgeschwächt,
zeigt aber nach wie vor ein stabiles Wachstum. Die weltweite
Nachfrage nach Öl wird im Jahr 2005 um ca. 2 % gegenüber
dem Vorjahr wachsen.
Interessant
sind in diesem Zusammenhang einige Raffinerieschließungen
in den USA. Die Bestände an Produkten und Rohöl
liegen in der unteren Hälfte der saisonalen Durchschnittszahlen,
obwohl die Nachfrage um 1,1% höher liegt als im Vorjahr.
Hier liegt eine sehr große Chance für Tanker, die
reine Produkte fahren können. Darüber werden wir
demnächst in Sonderheit berichten. Sehr gut positioniert
ist in diesem Zusammenhang das Angebot
des Suezmax-Flottenfonds II, über das wir bereits
berichtet haben, mit der Bewertung "absolut empfehlenswert".