Nautisches ABC
Fachbegriffe, die Sie unbedingt kennen
sollten :
Die aufgeführten Fachbegriffe sind im nachfolgenden Text einzeln
erläutert!
Abschreibung
Ausflaggen
Backbord
Bareboatcharter
Befrachtungskommission
Bereederungsgebühr
Bestellerprovision
Chartererlös
Feederschiff
Gesamtkapitalrendite
Knoten (kn)
Linienreeder
Ladegeschirr
Loss-of-Hire
Nebenkosten
Open-Top-Schiff
Partenreederei
Reeder
RoRo/LoLo-Schiff
Schiffsbetriebskosten
Steuerlicher Totalgewinn
TEU (Twenty-Feet-Equivalent-Unit)
Überzeichnungen
Werftpreis
Zeitcharter-Vertrag
Zinsfuß
Abschreibung
Die steuerliche Nutzungsdauer von Handelsschiffen beträgt
in Deutschland 12 Jahre.
In dieser Ziet können die Schiffe degressiv oder linear abgeschrieben
werden
Ausflaggen
Ein Schiff kann in einem anderen Staat registriert werden und trägt
dessen Flagge.
Dies kann Vorteile in den Betriebskosten bringen, weil z.B. Personalkosten
gespart werden.
Backbord
In Vorausfahrtrichtung die linke Seite des Schiffes. Als Positionslicht
mit rot gekennzeichnet.
Bareboatcharter
Frachterlös, d.h. Einnahme aus der Vermietung von Groß-
oder Feederschiffen an Linienreeder, Handelshäuser oder Befrachter.
Anders als beim normalen Chartererlös gehen bei dieser besonderen
Vertragsform sämtliche Schiffsbetriebskosten zu Lasten des
Mieters. Sie mindern damit auch nicht die Ausschüttungen an
den Fonds.
Befrachtungskommission
Ähnlich der Maklerprovision bei Immobilien, werden auch für
vermittelte Chartern Provisionen gezahlt. Die Schiffsmakler vermitteln
überwiegend Schiffsraum, Ladungen und Liegeplätze.
Bereederungsgebühr
Mit diesem Honorar sind alle laufenden Betriebskosten eines Containerschiffs
abgegolten. Die Bereederungsgebühr beträgt regelmäßig
etwa vier bis fünf Prozent der Frachteinnahmen.
Bestellerprovision
Provision, die die Werft für die Bestellung eines Schiffes
zahlt - und über die sich die Branche am liebsten ausschweigt.
Oftmals wird dieser Betrag vom Besteller, z.B. dem Reeder oder Fondsmanagement,
einbehalten und nicht in das Fondsvermögen eingezahlt. Es sind
Fälle bekannt, in denen Reeder die Anleger an dieser Einnahme
beteiligen wollten und von den Werften mit negativen Sanktionen
bedroht wurden.
In Deutschland sind Bestellerprovisionen von ein bis drei Prozent
des Werftpreises üblich. In China sind sogar bis zu zehn Prozent
gang und gäbe.
Chartererlös
Frachterlös, d.h. Einnahme aus der Vermietung von Groß-
oder Feederschiffen an Linienreeder, Handelshäuser oder Befrachter.
Ist nichts anderes vereinbart - z.B. Bareboatcharter, so werden
die Schiffsbetriebskosten von der Beteiligungsgesellschaft getragen.
Angegeben werden in der Regel Charterraten je Tag. Ihre Höhe
hängt ab von der Schiffsgröße und damit von der
Zahl der Containerstellplätze TEU und von der Auslastung ab,
also dem tatsächlichen Ladungsaufkommen. Was derzeit erzielbar
ist, zeigt die Tabelle Charterabschlüsse.
Weicht die im Fondsprospekt ausgewiesene Frachterlös ("Prospektcharter")
wesentlich von den am Markt erzielbaren Preisen ("Marktcharter")
ab, sollten Anleger mißtrauisch werden und nachfragen. Denn:
Je höher die Chartererlöse, umso höher der Fondspreis,
den sie bezahlen müssen.
Feederschiff
Ein Zubringerschiff, das für Großschiffe, die kleinere
Häfen nicht anlaufen können, den Abtransport von Containern
auf See erledigt.
Gesamtkapitalrendite
Vor Steuern ergibt sich die Gesamtkapitalrendite aus: Chartererlöse
abzüglich der Schiffsbetriebskosten dividiert durch den Werftpreis
mal 100.
Knoten (kn)
Die Geschwindigkeit eines Schiffes wird in Knoten gemessen. Ein
Knoten entspricht 1,852 km/h. Diese Strecke wiederum entspricht
einer nautischen Meile.
Linienreeder
Schiffseigentümer, die ihren Pott nach einem bestimmten Fahrplan
auf festen Routen einsetzen.
Ladegeschirr
Um unabhängig von vorhandenen technischen Einrichtungen in
kleineren Häfen be- und entladen zu können, führen
moderne Anlegerschiffe bordeigene Krane mit sich.
Loss-of-Hire
Entspricht dem Verdienstausfall, wenn Reparatur- oder Wartungsarbeiten
ein Auslaufen des Frachters verhindern. Diese Zusatzkosten können
allerdings per Vertrag leicht abgesichert werden.
Nebenkosten
Hierunter fallen alle dem Fonds zusätzlich aufgebürdeten
Kosten wie etwa Agio, Liquiditätsreserven und Vertriebskosten
des Emissionshauses.
Open-Top-Schiff
Größeres Containerschiff ohne Lukendeckel. Spart Hafengebühren
durch schnelle Be- und Entladungsmöglichkeiten.
Partenreederei
Bei dieser Form der Schiffsbeteiligung unterliegen alle Mitreeder
der unbegrenzten Nachschußpflicht.
Reeder
Geschäftsführer der Schiffsgesellschaft, mitunter Eigentümer
des Schiffs.
RoRo/LoLo-Schiff
Roll-on-Roll-off-/Load-on-Load-off-Schiff. Solche Spezialschiffe
sind für den Transport von Gütern und Containern aller
Art geeignet.
Schiffsbetriebskosten
Um das Schiff 365 Tage im Jahr am Fahren zu halten, fallen neben
Ausgaben für die Besatzung auch Kosten für die Ausrüstung,
Schmieröl, mögliche Reparaturen und Versicherungen an.
Der wirtschaftliche Erfolg des Schiffs hängt daher entscheidend
von realistischen Betriebskosten ab.
Achtung: Da hohe Betriebskosten die Ausschüttungen an den
Fonds reduzieren, werden in den Fondsprospekten oft unangemessen
niedrige Beträge dafür angesetzt. Wird ein Schiff aber
nicht ausreichend gewartet und repariert, wirkt sich das negativ
auf seinen Zustand und damit auf den Verkaufserlös aus.
Steuerlicher Totalgewinn
Damit dem Kapitalanleger alle Steuervorteile von der Finanzverwaltung
anerkannt werden, muß das Gesamtergebnis der Schiffsbeteiligung
von Gründung des Fonds bis zur Veräußerung des Schiffs
beziehungsweise des Fondsanteils durch den Anleger positiv sein.
Eine Mindestgröße für den Totalgewinn wird aber,
noch jedenfalls, nicht von der Finanzverwaltung gefordert.
TEU (Twenty-Feet-Equivalent-Unit)
Gibt die Zahl der an Bord befindlichen Container-Stellplätze
an. Ein TEU entspricht einem 20-Fuß-Container. Ein 40-Fuß-Container
entspricht einem FEU (Forty-Feet-Equivalent-Unit).
Überzeichnungen
Über den Finanzierungsplan zusätzlich eingeworbenes Kapital.
Werftpreis
Tatsächlicher Anschaffungspreis eines Schiffes. Interessant
ist eine Gegebenüberstellung des Werftpreises mit dem Fondspreis.
So erfährt der Investor, wie hoch der Anlagefaktor ist, d.h.
welcher Teil der Anlagesumme tatsächlich in das Schiff fließt.
Anders ausgedrückt: Je höher die Differenz zwischen Fonds-
und Werftpreis, umso mehr Gebühren und Liquiditätsreserven
werden vom Fondsmanagement veranschlagt. Üblicherweise beträgt
der Fondspreis zwischen 75 und 85 Prozent vom Werftpreis.
Zeitcharter-Vertrag
Das Schiff wird dem Befrachter ( Charterer ) für eine bestimmte
Zeit zur Verfügung gestellt.
Die Schiffsbetriebskosten trägt der Vercharterer.
Zinsfuß
Berechnet die Wertschöpfung der Investition in Form eines
finanzmathematischen Zinssatzes für das eingesetzte Eigenkapital.
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