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Die ausführliche Kapitalanlage Meldung

Das gibt`s doch gar nicht?!

Anders kann man den aktuellen Schiffsfonds von ALCAS nicht umschreiben !

Nachdem im Jahr 2004 das Emissionshaus MPC mit den wirklich alten Schiffen der Starflotte auf den Markt kam, haben wir uns schon gefragt, weshalb so alte Schiffe noch als Fonds aufbereitet werden. Die Antwort auf diese Frage ergab sich bei näherer Betrachtungsweise und der Hinterfragung der beteiligten Partner von selbst. Es war ein Sanierungsfonds für die marode gewordene P & O Nedlloyd, die erheblichen bilanziellen Schwierigkeiten steckte und dies bereits durch den Verkauf Ihrer Deutschlandaktivitäten an den Mitbewerber Wincanton dargelegt hatte. Die jetzt erfolgte Übernahme von P & O Nedlloyd durch Maersk ist eigentlich nur eine weitere Bestätigung dieser Tatsache. Für die Anleger von MPC, die an diesem Fonds beteiligt sind, sicherlich ein großartiger Moment, weil durch diese Übernahme ihr Engagement wesentlich sicherer geworden ist.

Aber durch das jüngste Angebot der ALCAS im Bereich Schiffsbeteiligungen wird der Gipfel des Olymp nicht nur erreicht, sondern überschritten. Es handelt sich um die Emission von 4 Schiffen, die in den Jahren 1975 bis 1983 gebaut wurden. Sie haben richtig gelesen, es handelt sich um bis zu 30 Jahre alte Schiffe ( in Worten: Dreißig Jahre ).

Aber wer ist eigentlich ALCAS?

Dresdner Bank AG (45%), Bayerische Landesbank (30%), Hamburger Sparkasse (HASPA 15%), Finanzinvestoren (10%).

Am Anfang, als wir uns mit diesem "Emissionsangebot" beschäftigt haben, hatten wir eigentlich nur eine Assoziation zu einem Refrain eines Liedes von Herbert Grönemeyer: " Was soll das?" Aber im Zuge des weiteren Studiums dieses Prospektes haben wir das Angebot verstanden!

Der Kaufpreis der Schiffe erscheint ok (!), es handelt sich um 4 Containerschiffe mit einer Ladekapazität von 2.328 TEU, aber nur mit einer Aufnahme von 1.760 TEU homogen, also kein besonderes Verhältnis. Bemerkenswert ist sicherlich die Maschinenleistung mit 24 Knoten als max. Geschwindigkeit, die mit einem 10-Zylinder von Hitachi B. & W. 10L90GB mit 33.689 kW bei 97 U/min erreicht werden. Dies deutet darauf hin, das die Maschinen irgendwann erneuert wurden, denn solche Leistungen waren im Zeitpunkt der Ablieferung der Schiffe nicht üblich. Daraus läßt sich sicherlich auch der Kaufpreis der Schiffe (je USD 7.5 Mio.) ableiten. Als gutachterlich festgestellter Wert der Schiffe ist ein Preis von je USD 10 Mio. im Prospekt vermerkt.

Die Charter mit USD 8.750,--/Tag ist, bezogen auf den Markt eher bescheiden, zumal der Charterer das ausdrückliche Recht der Untervercharterung hat und solche Schiffe, insbesondere mit dem Geschwindigkeitspotenzial sicherlich noch Chartern zwischen USD 15.000 und 20.000 im gegenwärtigen Markt erzielen müßten. Aktuell, also im April 2005 ist ein 2.668 TEU- Schiff , Baujahr 1991, für 5 Jahre zu USD 30.000 / Tag verchartert worden (MS AUSTRALIA BRIDGE acct.SCI). Als ebenfalls relativ altes Schiff könnte man auch MS GOLDEN MERCHANT herbeiziehen, die mit Baujahr 1982 altersmäßig den Schiffen des ALCAS-FONDS fast gewachsen ist, aber mit nur 1.552 TEU und einer Geschwindigkeit von 19,0 den ALCAS - Schiffen unterlegen ist. Trotzdem erzielt dieses Schiff eine Charter von USD 25.500 bei Delmas. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!

Die "garantierten" Betriebskosten der Beteiligung mit nur USD 4.406 /Tag, bzw. USD 4.639/Tag sind nur aus den o. g. Gründen vertretbar. Die Garantie ist sicherlich durch andere Dinge, wie z.B. die Untervercharterung gedeckt. Dies stellen wir mit Kenntnis des Marktes in den Raum! Selbst modernste Schiffe, mit einer Crew von nur 21 - 23 Mann sind für diesen Betriebskostensatz nicht zu fahren. In den technischen Daten dieses Fonds wird aber von einer Besatzung von ca. 25 Leuten ausgegangen. Selbst wenn es sich nur um für Niedriglohn arbeitende Seeleute handelt, ist nach ITF-Tarif zu zahlen und dies läßt solche Schiffsbetriebskosten unwirklich erscheinen.

Aber damit nicht genug, die Erfahrungssätze der laufenden Bestandspflegereparaturen "alter" Schiffe werden die kalkulierten Betriebskosten bei weitem übersteigen, aber hier ist sicherlich der Emissionär mit seinen Prospektangaben im Obligo! Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen: vor 30 Jahren wurde im Schiffbau noch vielfach mit Asbest isoliert. Solche alten Schiffe sind, vorausgesetzt sie sind asbestisoliert, reine Sondermülldeponien. Hier stellt sich die Frage, ob die ALCAS-Schiffe möglicherweise von dieser Problematik betroffen sind. Doch darüber schweigt sich der Prospekt aus. Hamburg-Süd bekam vor ein paar Jahren riesige Probleme, da Greenpeace herausbekam, daß eine solche Sondermülldeponie in Indien zum abwracken "auf den Strand gehen" sollte.

Unsere Aussage, daß wir diesen Prospekt sicherlich richtig verstanden haben, bezieht sich auf zwei Erkenntnisse, die wir herausarbeiten konnten:

Auffällig ist der mehrfach im Prospekt erfolgte Hinweis auf den Rohstoffmarkt in Bereich des Schiffbaustahls! Dies führt uns zu der Überlegung, ob es sich bei diesem Fonds um eine Spekulation auf den Weltmarktpreis für Schiffbaustahl handelt?!

Aber bei eingehender Würdigung aller Fakten des Emissionsprospektes sind wir zu einem anderen Urteil gekommen:

Dieses Anbebot scheint gar kein Schiffsfonds zu sein, sondern vielmehr ein schwimmendes Rohstofflager, um die Versorgung mit Schiffbaustahl in 4 Jahren zu gewährleisten!

 

Hier noch einmal Herbert Grönemeyer: Was soll das?

 

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