Das Ergebnis bleibt
deutlich hinter der gewohnten Qualität, der recherchierten
Gründlichkeit und dem journalistischen Niveau der Fondszeitung
zurück. Da dieser Fauxpas neben polemisierender Flucht in das
belanglos Theoretische und in Phrasendrescherei auch noch erhebliche
fachliche Mängel aufweist, darf er nicht unkommentiert bleiben.
Zunächst ist es eine Gepflogenheit
in der journalistischen Branche, demjenigen, über den man,
in welcher Form auch immer, schreibt, ein Belegexemplar der Veröffentlichung
zuzusenden. Merkwürdigerweise ist das diesmal nicht geschehen.
Da weder eine gedruckte, noch eine elektronische Variante des Artikels
zur Verfügung steht, kann an dieser Stelle auch nicht wie geplant
darauf verwiesen werden. Leider kann man eine Reaktion auf besagten
Artikel auch nicht an den Verfasser adressieren, da der ebenfalls
nicht, wie sonst üblich, vermerkt ist. Seit wann veröffentlicht
die Fondszeitung eigentlich anonym? Aus diesen Gründen kann
ich mich nur an den verantwortlichen Chefredakteur wenden, der dies
zu verantworten hat.
Doch nun zu den Fakten: im einleitenden
Absatz heißt es bei Ihnen:
"Bilanzen über eigene
Vermittlungsergebnisse gewinnen für Vertriebsgesellschaften
an Bedeutung. Neben MIRA Anlagen weist mittlerweile auch Brenneisen
Capital Zahlen aus, deren Aussagen zum Teil jedoch mit Vorsicht
zu genießen sind."
Soweit es die Firma Brenneisen Capital
betrifft, kann ich wenig dazu anmerken, weil ich die Procompare-Studie
nicht kenne, auf die Bezug genommen wird. Klar festzuhalten ist
aber, dass die Ergebnisse von Procompare sicherlich nicht mit dem
Testat einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu
vergleichen sind!
Die Art und Weise aber, wie Sie sich im zweiten Teil des Artikels
mit den Daten der MIRA auseinandersetzen, hat bei mir eine gewisse
Verwunderung ausgelöst. Besonders deshalb, weil eindeutig formulierte
Ausführungen in den Erläuterungen zur Leistungsbilanz
nicht gelesen und/oder nicht verstanden wurden.
In Schriftgröße 18 steht da zu lesen:
"Gesamtauswertung
für 87 Schiffe, die über das Internet vertrieben wurden!"
Und nur 4 Zeilen tiefer: "Gesamtauswertung für 101 Schiffe,
die seit 1995 insgesamt vertrieben wurden!" Nutzt ein Vertrieb
das Medium Internet zusätzlich zu den konventionellen Absatzwegen,
ist es wohl normalerweise selbst für den anonymen Schreiber
ein leicht zu verstehender Unterschied, ob von allen vertriebenen
Schiffen die Rede ist, oder nur von den über das Internet vertriebenen.
Gleichwohl heißt es dann bei
Ihnen:
"Aus dem Testat (gemeint ist das Testat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Anm.d.Verf.) geht hervor, dass MIRA tatsächlich nicht 87, sondern
101 Schiffsfonds von 17 Initiatoren vertrieben hat." Dieser
Unterschied ist wie gesagt so leicht verständlich dokumentiert,
dass ihn nur jemand missverstehen kann, der unbedingt einen Verriß
produzieren will.
Die Entwicklung des US-Dollar Kurses
steht nicht im Einflussbereich der Mira. Die Auswirkung dieser Kursentwicklungen
auf den Erfolg einer Beteiligung muß als Grundverständniss
vorausgesetzt werden. Da in den konkreten Fällen ungünstige
Devisenkursverläufe mit der Entscheidung einhergingen, eine
Ausschüttung an Gesellschafter zu Gunsten von Sondertilgungen
auszusetzen, kann das mit Abstand betrachtet nur eine Vernunftentscheidung
der Emissionshäuser gewesen sein.
Wenn man aufgrund einer sehr viel schlechteren US-Dollarentwicklung
- gegenüber den prospektierten Werten - bis zu 30% mehr US-Dollarliquidität
verbrauchen muss um eine Ausschüttung im Euro herzustellen,
dann ist es m.E. unverantwortlich, die Dollarliquidität nicht
besser in Tilgungen auf die US-Dollarhypotheken zu stecken. Die
Mehrheit der Anleger versteht diese Zusammenhänge, der anonyme
Schreiber offenbar nicht. Umso merkwürdiger ist es, dass seine
Ausführungen scheinbar völlig unreflektiert veröffentlicht
wurden.
Weiter geht es mit einem Vergleich
der prozentualen Erfolgsquote. Sie schreiben:
"Verglichen mit
der Trefferquote' von 94,37% aus dem vergangenen Jahr bedeutet
der aktualisierte Wert einen Rückschritt, obwohl Mira Schiffsbeteiligungen
vertreibt, die im Marktdurchschnitt im Zuge hoher Raten zulegen.
Mira macht dafür den US-Dollarkurs verantwortlich." Auf
die Einflussnahme des US-Dollarkurses bin ich nun bereits eingegangen.
Was mich jedoch abermals irritiert ist die Tatsache, dass es dem
anonymen Schreiber entgangen zu sein scheint, dass zusätzlich
zum Dollarkurs die Charterraten im Jahr 2005 für Containerschiffe
um 30 - 40% gefallen sind.
Mir stellen sich bis hierher bereits
einige konkrete Fragen:
- Wie steht es an dieser Stelle eigentlich mit der Transparenz der
Mitanbieter am Markt?
- Wie haben sich deren Erfolgsquoten verändert?
- Wo sind deren testierte Erfolgsquoten überhaupt?
- Wieso schafft die Fondszeitung in diesem Thema nicht die dringend
notwendige Transparenz für die Anleger und berichtet darüber?
Der anonyme Schreiber bemängelt,
dass der Prüfbericht einschränkend sagt, dass lediglich
"prüfbare Zahlenangaben" beurteilt wurden. Das gesamte
betrachtete Zahlenmaterial entstammt aus den Leistungsbilanzen der
Emissionshäuser, die von renommierten Wirtschaftsprüfern
geprüft und testiert wurden. Sollte der Verfasser des erschienenen
Artikels ernsthaft gegen die Glaubwürdigkeit, weil Glaubwürdigkeit
in diesem Sinne auch Richtigkeit meint, dieser Bilanzen zu Felde
ziehen wollen, dann wäre zunächst ein etwas offeneres
und transparentes Verhältnis zu seiner Person das Mindeste.
Den Vorwurf, dass noch nicht vollständig
platzierte Beteiligungsangebote der CONTI, die zum Stichtag 31.12.2005
noch nicht ausplatziert waren und die auf Grund der Aussagen der
CONTI mit Null für prospektkonform bewertet wurden, lasse ich
so stehen! Anzumerken ist hier dennoch, dass zum Zeitpunkt der Bewertung
diese Beteiligungen aktenkundig sehr gut dastanden. Entferne ich
die betreffenden Angebote aus der Aufstellung, vermindert sich dadurch
das Ergebnis um 0,48%-Punkte nach unten auf 89,75 % für prospektkonform
und besser. Erneut muß ich zugeben, dass ich den Eindruck
erhalte, dass der geheimnissvolle Artikelverfasser lediglich auf
der Suche nach Gründen war, um ein Thema, dass ihm nicht genehm
war, zu verreissen.
Auch der Hinweis zum Verkauf der drei
Dr.Peters-Schiffe kann inhaltlich so Bestand haben. Wichtig zu wissen
ist an dieser Stelle jedoch, dass diese Beteiligungen in 2004 über
Tilgungsvorsprünge verfügten, die zwischen 4 und 8,8 Mio.
USD lagen. Ein Hinweis auf die Entwicklung der Hypotheken erübrigt
sich damit eigentlich komplett. Aber wer nicht lesen kann oder will,
der übersieht solche Hinweise gern und schreibt dann:
"Angaben zum Hypothekenstand bleiben entsprechend aus, außerdem
fehlen Planwerte zu den tatsächlichen Gesamtrückflüssen.
Dennoch verbucht Mira beide Kategorien als "über Plan".
Auch hier stellt sich die Sinnfrage."
Der absolute Höhepunkt ist etwa
in der Mitte des Artikels zu finden Da heißt es:
"Mira
unterzieht vier Rubriken einem Soll-Ist-Vergleich: Eigenkapital,
Fremdkapital, Ausschüttungen und Hypothekenstand. Jede Kategorie
erhält das gleiche Gewicht. Liquidität, Betriebskosten
und tatsächlich erwirtschaftete Überschüsse bleiben
komplett außen vor. Dieses Vorgehen ist nicht nachvollziehbar
und widerspricht den Bemühungen der Branche, aussagefähige
Vergleiche zwischen Branchen-teilnehmern herzustellen."
Abgesehen davon, dass der Sache an
sich ein offener Disput weit mehr zuträglich wäre, als
das anonymisierte Veröffentlichen von Artikeln unter dem Deckmäntelchen
der Fondszeitung, scheint der Verfasser wenig, bis gar keinen Überblick
über die Arbeit der Mira im Vergleich mit den Mitbewerbern
am Markt zu haben. Anstatt mit haltlosen und an den Haaren herbeigezogenen
Argumenten zu hausieren, wäre an dieser Stelle eine konstruktive
Kritik angebracht gewesen, die aufzeigt, wie sich der Verfasser
einen solchen Vergleich eigentlich genau vorstellt. Vergleichen
kann man aber nur, was vergleichbar ist. So reduziert sich die Vergleichbarkeit
von Beteiligungen der Emissionshäuser auf testierte, vergleichbare
Werte, die maßgeblich Einfluß auf den Erfolg oder Misserfolg
einer Beteiligung haben.
Woran misst der Verfasser den Erfolg
einer Beteiligung? Mira misst ihn an den für den Anleger wichtigen
Dingen wie die Plan-Ist-Werte der Ausschüttungen und dem Verlauf
der Schiffshypotheken mit den Plan- und Ist-Werten.
Liquidität, Betriebskosten und
erwirtschaftete Überschüsse sind zwar schmückendes
statistisches Beiwerk, sagen aber nichts über den Erfolg der
Beteiligung aus. Verlaufen die Ausschüttungen und Tilgungen
planmäßig und besser, dann ist ein Schiff wirklich gut!
Unverständlich ist mir, wie eine derartige Veröffentlichung
scheinbar ohne Qualitätskontrolle geschehen konnte. Sie als
Chefredakteur der Fondszeitung, Herr Welther, haben bei der Podiumsdiskussion
auf den Ratingtagen in Hamburg (bei Hrn. Braatz) im Anschluß
an einen Vortrag von mir zu diesem Thema durchaus den Eindruck erweckt,
das Thema verstanden und durchdrungen zu haben.
Fazit: Ich halte die eigene Leistungsbilanz
der MIRA nicht für einen PR-Gag, da sie die Essenz der Ergebnisse
aus sämtlichen Leistungsbilanzanalysen aller Schiffsemissionshäuser
reflektiert und zwar für die Schiffe, die MIRA empfohlen und
vertrieben hat.
Das es heute einen nahezu einheitlichen Standard für die Aufbereitung
des Zahlenwerkes in den Leistungsbilanzen gibt, ist nicht zuletzt
der massiven Forderung seitens der Mira zu verdanken. Schließlich
hat die Mira als erster Marktteilnehmer einen solchen Standard für
die Aufbereitung der Zahlenwerte bereits im Jahr 2001 eingefordert.
Heute gibt es ihn. Davon stand jedoch nichts in Ihrem Artikel. Warum
auch. Es wäre für Ihren anonymen Schreiber ja nicht zielführend
gewesen.