Der Container -
the never ending Story !
Der Auslöser dieser Erfolgsstory soll deutsches
Bier gewesen sein. Unglaublich, aber wahr. Der amerikanische Spediteur
McLean hat während des Korea-Krieges den wiederverwendbaren
Transportbehälter mit den Eckbeschlägen erfunden. Der
Amerikaner hat damit das Gesicht der Schifffahrt unwiderruflich
verändert, teils aus praktischen Gründen, angeblich aber
auch deshalb, weil er sich jahrelang über den Riesenschwund
bei den Biertransporten aus Deutschland geärgert hatte. Als
die Flaschen erst einmal in den neuen Kisten verschlossen waren,
war es mit Schiffsgelagen vorbei. Von dem Zeitpunkt hielt der Siegeszug
des Containers an.
Im Jahr 1966 legte das erste Containerschiff in
Europa an, 1968 verließ das erste deutsche Vollcontainerschiff
unter der Hapag-Lloyd-Flagge Hamburg. Die ersten in Deutschland
gebauten Spezialschiffe waren die "Weser Express" und
die "Elbe Express". Sie waren 170 Meter lang und hatten
Stellplätze für 736 Container der 20-Fuß-Klasse
(heute transportieren Schiffe dieser Größe im Durchschnitt
1700 TEU). Die "Twentyfoot Equivalent Unit" (TEU) die
die Stellplatzkapazität in 20-Fuß-Containern ausgedrückt
wurde zum Standardmaß der nassen Revolution. Ein 40-Fuß-Container
entspricht demnach zwei TEU.
Die Schiffbautechnologie entwickelte sich rasant
und schon bald wurden die Schiffe größer und die Transportkapazitäten
stiegen unaufhörlich. Nach den ersten Versuchen durch Herrn
McLean Mitte der 50-er Jahre stieg das Volumen der weltweit transportierten
Container stetig an. Heute werden jährlich 95 Millionen Container
transportiert, 70 Prozent aller Stückgutfrachten werden weltweit
bereits in Containern befördert, und im Jahr 2010 werden es
voraussichtlich 90 Prozent sein.
Die Zahlen und Prognosen sind schwindelerregend:
Das aktuelle Containervolumen wächst schneller als das Welthandelsvolumen,
der Transport hochwertiger Güter in den genormten Kisten verzeichnet
höchste Zuwachsraten. Unglaublicherweise werden aber auch schon
Massengüter wie Erz oder Getreide in diesen "Transportgefäßen"
befördert. Container erreichen die entferntesten Ecken der
Welt, und die Containerschiff-Flotte wächst schneller als jede
andere Schiffsklasse.
Die letzte Revolution im Containertransport
!
Dem Containerschiff fällt die Schlüsselrolle
im Welthandel des 21. Jahrhunderts zu, der neue deutsche Tiefwasserhafen
Wilhelmshaven wird zu einer seiner zentralen Bühnen und Umschlagpunkte.
Und die Mega-Schiffe sind schon im Anmarsch. Schiffe - so lang wie
eine Straße, so hoch wie ein Haus! Sie sind die Zukunft des
lebenswichtigen Seetransportes und - wenn die Fachleute Recht behalten
- auch seine "letzte Revolution". Der Erfolg der Containerschiff-Story
ist in der langen Geschichte der Schifffahrt einmalig - und diese
Story geht weiter!
Heute stehen bereits 128 Schiffe mit mehr als
5000 TEU in den Auftragbüchern. Eine deutsche Werft hat seit
1997 sogar die Pläne für ein Mega-Containerschiff mit
8000 TEU in der Schublade: Sein Zwölf-Zylinder-Diesel mit 94
000 PS würde ihm jene 25 bis 26 Knoten Fahrt geben, die für
große Containerschiffe unumgänglich sind.
Geschwindigkeit ist in der Container-Ära,
die durch unbarmherzig steigende Hafen-, Umschlags- und Schiffsbetriebskosten
und unannehmbare Zeitverluste in den Häfen erzwungen worden
war, mehr als das halbe Leben:
Der Konkurrenzkampf ist sehr hart geworden, daher sind 95 Prozent
Seetage und Laden und Löschen in jeweils 24 Stunden sind ein
Muss! Dabei operiert man technisch immer an den Grenzen des Machbaren,
aber der Sicherheitsfaktor spielt dabei eine sehr große Rolle.
Die bei Blohm + Voss gebaute "Tokio Express" mit 2800
Containern an Bord krängte im Ärmelkanal im Orkan plötzlich
bis zu 60 und 40 Grad nach Steuer- und Backbord, verlor einen tonnenschweren
Lukendeckel und 60 Container, überstand aber dennoch - ein
(so der Kapitän) "phänomenales Ereignis, das alle
100 Jahre nur einmal auftaucht". Containerschiffe haben sich
bisher als sehr sicher erwiesen. Dabei sind Rollbewegungen bis zu
60 Grad erreicht und überstanden worden.
Schifffahrtsexperten prognostizieren, was auf
uns zukommen wird: In 20 Jahren wird sich das Containervolumen vervierfacht
haben. Das bringt eine Reihe von Problemen mit sich. Wie kann man
die Riesenschiffe schnell abfertigen? Reichen die Wassertiefen der
Häfen für 15 Meter Tiefgang aus? Stimmt die Infrastruktur?
Diese Probleme werden landseitig gelöst werden
müssen, aber die Perspektive, die sich für den Anleger
durch die Investition in ein Containerschiff ergibt, ist heute als
ausgesprochen positiv zu bewerten.
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