Die ausführliche Kapitalanlage Meldung |
Schiffsbeteiligungen und Schiffsfonds:
Einen gewissen Tiefgang braucht
die Schifffahrt - aber auch die Branche!
Für Sie geschrieben in der Zeitschrift HANSA, Ausgabe 07/2007
Bereits in der Novemberausgabe
2006 habe ich in der HANSA einen Artikel mit der bezeichnenden
Überschrift: Wieviel Größe hat der Wahn?
geschrieben. Darin ging es um die immer größer werdenden
Containerschiffe, exemplarisch dargestellt am größten
Containerschiff der Welt, der 13.000 TEU tragenden MS "EMMA
MAERSK".
Fazit meiner damaligen Betrachtung:
Schiffe in der Größenordnung eines MS "Emma
Maersk" werden nicht aufzuhalten sein, obwohl verschiedene
namhafte Analysten zu dem Ergebnis kommen, dass die Grenzen
zwischen Sinn und Wahnsinn weiterer Tonnagevergrößerungen
erkennbar sind. Bei aller Euphorie für Größe
sollten solche Riesenschiffe tunlichst nicht von Emissionshäusern
finanziert werden, weil die damit verbundenen wirtschaftlichen
Gefahren hoch sind.
Der nachfolgende Text untermauert unsere
Empfehlungen des Twinfonds MS KAMPEN/MS KEITUM von Castor Kapital
sowie des Twinfonds I von König & Cie. Beides Fonds,
die von den realistischen Auswirkungen des nachfolgenden Textes
erheblich profitieren werden und deswegen "absolut empfehlenswert"
sind.
Zur Untermauerung dieses Fazits
gibt es seit Kurzem eine Analyse zum Thema Tiefenbeschränkungen
von Containerhäfen weltweit. Diese Analyse sorgt in vielen
Bereichen für Überraschungen, aber gleichzeitig bestätigt
sie mein Fazit, wie ich es im November 2006 gezogen habe. Die
Analyse stammt von Prof. Dr. Thomas Pawlik, Universität
Kiel, und wurde im Auftrag des Emissionshauses Castor Kapital,
Hamburg, angefertigt.
Unter der Überschrift: "Feedern
tut Not" offenbaren sich Ergebnisse, die ich so nicht erwartete
hätte und die viele Brancheninsider, mit denen ich mich
darüber unterhalten habe, auch nicht für möglich
gehalten haben.
Bevor die Ergebnisse dieser Analyse
reflektiert werden, ist es zunächst notwendig darzulegen,
was in der Analyse überhaupt untersucht wurde. Grundlage
der Analyse ist die Lloyd´s List -Ports of the World in
der Ausgabe 2007. Es wurden ausschließlich diejenigen
Häfen berücksichtigt, die mit der Kennzeichnung "C"
(für Containerhafen) versehen sind. Dies sind aktuell 1.506
Häfen, die einen Tiefgang von mehr als 4 Metern haben und
in denen auch nennenswerter Containerumschlag stattfindet. Weitere
Bereinigungen führten dann zu insgesamt 1.373 Häfen
bzw. teilweise auch einzelne Terminals pro Hafen, die weitergehend
untersucht wurden.
Für die statistischen Aussagen
der Analyse wurden 7 verschiedene Schiffstypen spezifiziert,
die in unterschiedliche Tiefganggruppen zusammengefasst wurden
um Vergleichszahlen zu erreichen. Dabei handelt es sich um
folgende Schiffsgruppen:
1. Schiffe mit der Größe einer MS "Emma Maersk"
mit einem Tiefgang von 15,5 m
2. Schiffe um 12000 TEU die nach Ausbau den Panamakanal befahren,
Tiefgang 15,0 m
3. Schiffe mit ca. 8.700 TEU, die nach der Elbvertiefung HH
erreichen, Tiefgang 14,5 m, bzw. 13,5 m tidenunabhängig
4. Panamax-Klasse mit einem Durchschnittstiefgang von 13,0
m
5. Sub-Panamaxklasse mit einem Durchschnittstiefgang von 11,0
m
6. Multipurpose-Containerfeederschiffe, 900 TEU, Durchschnittstiefgang
von 8,5 m
7. Multipurpose-Containerfeederschiffe, 500 TEU, Durchschnittstiefgang
von 6,5 m
Die oben definierten Schiffsgrößen
können die weltweit 1.373 Häfen wie folgt anlaufen:
(Quelle: Analyse Prof. Dr. T.Pawlik,
Analyse der weltweiten Tiefgangbeschränkungen von Containerhäfen,
Mai 2007)
Auffällig ist, dass die größte
Schiffsklasse nur noch rd. 3% der untersuchten 1.373 Häfen,
exakt 44 Häfen, anlaufen kann. Schiffe der zukünftigen
Panamax-Klasse können 71 Häfen weltweit anlaufen.
Für Schiffe, die nach der geplanten Elbvertiefung Hamburg
erreichen können, stehen 100 Häfen weltweit zur Verfügung.
Schiffe der aktuellen Panamax-Klasse erreichen immerhin 243
Häfen weltweit. Diese Zahl erhöht sich bei den Sub-Panamax-Schiffen
auf 562 Häfen, während für das 900-TEU-Schiff
1.015 und für das 500-TEU-Schiff 1.248 Häfen weltweit
erreichbar sind.
Zu Beginn des Jahres 2007 gab
es rd. 486 Postpanamaxschiffe und diese Zahl soll bis 2001 auf
812 Schiffe ansteigen. Geht man für diese Schiffsgröße
von einem Durchschnittstiefgang von 13,5 m aus, so können
diese Schiffe insgesamt nur 183 Häfen weltweit anlaufen.
Betrachtet man die einzelnen Fahrtgebiete, ergeben sich weitere
deutliche Einschränkungen für den Einsatz der größeren
Schiffseinheiten. Dies verdeutlicht die nachfolgende Tabelle
mit den Tiefgängen, den Fahrtgebieten und der Anzahl der
erreichbaren Häfen:
| Tiefgang |
6,5m |
8,5m |
11,0m |
13,0m |
14,5m |
15,0m |
15,5m |
| Häfen in: |
|
|
|
|
|
|
|
| Europa |
130 |
98 |
64 |
36 |
21 |
13 |
12 |
| Ostsee |
69 |
45 |
15 |
9 |
1 |
1 |
1 |
| Mittelmeer |
172 |
139 |
84 |
41 |
21 |
17 |
11 |
| Fernost |
234 |
207 |
128 |
67 |
17 |
12 |
6 |
| USA West |
69 |
65 |
50 |
27 |
12 |
5 |
3 |
| USA Ost |
70 |
54 |
34 |
3 |
0 |
0 |
0 |
| Süd.Am.West |
34 |
28 |
11 |
3 |
1 |
1 |
1 |
| Süd.Am.Ost |
41 |
36 |
15 |
5
|
4 |
2 |
1 |
Die Tabelle ist sehr aussagefähig,
in welchen Bereichen der Einsatz großer Schiffseinheiten
sinnvoll ist. Natürlich wird man Einwendungen erheben können,
dass die oben definierten Schiffstypen mit ihren Tiefgängen
stark verallgemeinert sind, weil es durchaus Schiffe geben kann,
die z.B. durch eine größere Schiffsbreite einen geringeren
Tiefgang bei gleichem Containerladevolumen haben können,
aber solche Definitionsmerkmale sind für die Aussage-fähigkeit
der Analyse von Prof. Dr. Pawlik gar nicht ausschlaggebend!
Vielmehr kommt es auf den Trend an, auf den diese Analyse hinweisen
soll.
Der Grad der Containerisierung
und die Erhöhung des Umschlagvolumens wird in den nächsten
Jahren deutlich steigen. In diesem Punkt sind sich alle führenden
Wirtschaftsinstitute einig, ob Clarkson Research, Howe Robinson,
ISL und wie sie noch heißen mögen, eine Vervielfachung
des heutigen Containerumschlages wird von allen Marktteilnehmern
als Tatsache vorausgesetzt. Auch die deutsche Seeverkehrsprognose
für das Jahr 2025 geht von einer Vervierfachung des Containerumschlags
in deutschen Häfen von rd. 10,8 Mio. auf 45,3 Mio. TEU
aus.
Als Folge dieser Entwicklung ist
die Entstehung bestimmter Hub-Port-Centren vorprogrammiert,
die sich aus der oben dargestellten Tabelle leicht ableiten
lässt. Zwischen den Häfen mit den großen Tiefgängen
werden für die Großcontainerschiffe direkte Point-to
Point- Verbindungen entstehen, die gleichzeitig durch Feederschiffe
bedient werden, die im Multi-Port-Pendelverkehr die Zuladung
und Verteilung der Ladungen für die großen Containerschiffe
erledigen werden. Allerdings hat dabei die Bezeichnung Feederschiff
eine ganz neue Bedeutung erlangt, was die Größe dieser
Schiffe angeht.
Für die Finanzierung von
Schiffen im Bereich der KG-Beteiligungsmodelle möchte ich
an meinem eingangs erwähnten Fazit zur Größe
eines Containerschiffes, wie es MS "Emma Maersk" ist,
festhalten. Die Finanzierung über eine klassische KG-Beteiligung,
mit einer Vielzahl von Anlegern, sehe ich sehr kritisch. Wahrscheinlich
ist das Maersk-Schiff und seine Schwestern noch nicht das Ende
der Fahnenstange, weil theoretisch Containerschiffe mit 18.000
TEU Ladungsvolumen denkbar sind, denn die könnten mit einem
Tiefgang von ca. 21m gerade noch die Strasse von Malacca (Indonesien
/ Thailand) befahren, aber bitte nicht als deutsche KG-Schiffe!
Der mit der Vervierfachung des
Containerumschlages einhergehende Bedarf an Feederschiffen jeglicher
Größe sollte im Focus der Branche der Schiffsfinanzierer
stehen, denn in diesem Bereich wird sich noch ein sehr großer
Bedarf an Schiffen ergeben, die wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt
werden können. Aber zweifellos wird über kurz oder
lang das erste KG-Beteiligungsmodell mit 10000 TEU oder mehr
kommen, weil verschiedene Emissionshäuser den missionarischen
Drang des Vorreiters in der Branche haben und deshalb auch vor
möglichen Fehlentscheidungen nicht zurückschrecken.
Bitte lesen Sie unsere Ausführungen zu den Beteiligungsangeboten
MS "KAMPEN / MS KEITUM"
von Castor-Kapital und dem Twinfonds
I von König & Cie. bei denen unsere Analysten der
Meinung sind, dass beide Angebote "absolut
empfehlenswert" sind:
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