Schiffsemissionshaus Gebab - Neue Anleger in
Sicht
(Hamburger Abendblatt vom 21.6.2000)
Den folgenden Artikel aus dem Hamburger Abendblatt vom 21.6.00
geben wir ungekürzt wieder:
Hamburg - Schiffsbeteiligungen sind künftig
für erheblich mehr Anleger eine rentable Geldanlage. Davon
geht Herbert Prinzen, der geschäftsführende Gesellschafter
des Emissionshauses Gebab in Meerbusch aus. Hintergrund sind die
sich erholenden Raten in der Containerschifffahrt, der feste Kurs
der Schifffahrtswährung Dollar und die neue Tonnagesteuer,
die Ausschüttungen fast steuerfrei lässt. Bislang hatten
vor allem Topverdiener Schiffsbeteiligungen gezeichnet, um damit
steuerlich von den Verlustzuweisungen von zuletzt bis zu 100 Prozent
des eingesetzten Kapitals zu profitieren.
"Jetzt wird in der Schifffahrt wieder Geld verdient",
sagte Prinzen. So seien für die beiden größten von
einem Emissionshaus bestellten Containerriesen "Buxcliff"
und "Buxcoast" über 18 Jahre hinweg Renditen von
durchschnittlich zehn Prozent im Jahr prognostiziert. Die Frachter
mit je 6500 Stellplätzen für Standardcontainer (TEU),
die die koreanische Werft Daewoo Ende 2001 abliefern wird, sind
für acht Jahre an die französische CMA/CGM verchartert.
Da die Bauverträge noch vor dem Stichtag für die geplanten
Einschränkungen bei den Verlustzuweisungen abgeschlossen wurden,
sind sie von den geplanten Neuregelungen nicht betroffen. Prinzen:
"Die steuerlichen Vergünstigungen erhöhen so die
Rendite noch."
Die Schiffe gehören zu den insgesamt sechs
Frachtern, die die Gebab in diesem Jahr zur Beteiligung anbietet.
Neben den beiden Riesen sind dies noch vier 2500-TEU-Schiffe, die
die Thyssen Nordseewerke bauen. Damit will die Gebab in diesem Jahr
282 Millionen Mark Eigenkapital einsammeln - ein Rekordwert. Das
Investitionsvolumen übertrifft 500 Millionen Mark.
Die beiden Frachterriesen werden von der NSB
Niederelbe in Buxtehude bereedert, an der die Gebab mit 15 Prozent
beteiligt ist. "Solche Beteiligungen erlauben Einblicke in
die Arbeit der Schifffahrtsunternehmen", so Rolf Peltzer, ebenfalls
geschäftsführender Gesellschafter. Derzeit wird beim Emissionshaus
auch über Projekte außerhalb der Schifffahrt nachgedacht.
Peltzer: "In diesem Jahr wird aber nichts mehr realisiert."
(rz) |