EU genehmigt Subventionen für Werften
(gelesen im Hamburger Abendblatt
vom 9.5.2001)
Rechtzeitig umgedacht !
Die EU schwenkt um. Die Werften können wieder
mit Hilfen für Neubauten rechnen. Das ist eine richtige Entscheidung.
Nicht weil wieder Subventionen gezahlt werden, sondern weil es schlicht
darum geht, durch Koreas Politik verursachte Nachteile auszugleichen.
Vor einem fairen Wettbewerb mit den Asiaten ist den deutschen Werften
nicht bange. Darf es ihnen auch nicht sein. Denn chancenlose Industrien
zu unterstützen wäre falsch und käme der EU nicht
in den Sinn. Dass Schiffbau faszinierend ist, haben Tage der offenen
Tür auf Werften oder auch die Tausende von Zuschauern bei den
Ablieferungen der Kreuzfahrer der Meyer Werft in Papenburg längst
bewiesen. Schiffbau ist aber mehr. Zwar lässt sich mit den
Werften keine umfassende Strukturpolitik mehr machen. Gerade in
Ostdeutschland gehören die modernisierten Betriebe in Wismar,
Warnemünde, Stralsund oder Wolgast aber zu den größten
Arbeitgebern ihrer Region.
Auch deshalb kommt das Umschwenken der EU-Kommission
noch rechtzeitig. Denn die Menschen auf den Werften haben sich lange
genug fragen müssen, was denn ihre Politik im unfairen Kampf
gegen Korea für sie tut. Wenn der Vorstoß jetzt konsequent
umgesetzt wird und nicht in Bürokratie verwässert, hat
die EU viel erreicht. Die Idee von Europa hätte für Tausende
von Schiffbauern eine neue Bedeutung.
FAZIT:
An der Küste, wie auch im Binnenland macht sich durch
diese weise Entscheidung wieder Hoffnung breit, daß der Schiffbaustandort
Deutschland nachhaltig gesichert ist. Außerdem können
wir darauf hoffen, daß auch Deutsche Werften vom Kuchen der
Großcontainerschiffe eine Scheibe abbekommen. Dies ist auch
wünschenswert, denn die Innovationen im Schiffbau sind überwiegend
von Deutschland ausgegangen.
|