Schiffbaustreit: Klage wird verschoben
EU setzt Korea
letzte Frist
Im Schiffbaustreit mit Südkorea setzt die
EU-Kommission auf eine Lösung in letzter Minute. Das angedrohte
Verfahren vor der Welthandelsorganisation WTO wegen der Dumpingpreise
koreanischer Werften werde nicht wie geplant Ende Juni eingeleitet,
sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel. Es gebe eine Möglichkeit,
die Gespräche fortzusetzen. Ursprünglich wollte die EU
Ende Juni Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einreichen.
Diese Frist könne aber "problemlos" um ein paar Tage
verlängert werden, sagte der Sprecher von EU-Handelskommissar
Pascal Lamy. So könnten neue Gespräche Anfang Juli in
Paris stattfinden.
Differenzen gebe es weiterhin darüber, wie
umfassend die mögliche Vereinbarung über ein Zurückfahren
der Schiffbauhilfen in Südkorea ausfallen soll, sagte der Sprecher.
Strittig sei zudem, welche Schiffe davon betroffen sein sollen und
wie die Regelung überwacht werden kann.
Kommissar Lamy hält es für erwiesen,
dass die koreanischen Werften "in den Genuss von Geldern kommen,
die den Wettbewerb verfälschen". Dadurch könnten
Preise von bis zu 40 Prozent unter den Herstellungskosten geboten
werden. Neben der anvisierten Klage sollen innerhalb der EU auch
wieder Beihilfen von bis zu 14 Prozent des Auftragswertes für
Spezialtanker- und Containerschiffbau zugelassen werden. Damit sollen
die unfairen Maßnahmen Südkoreas ausgeglichen werden.
FAZIT:
Eine Lösung des Konfliktes rückt in greifbare
Nähe. Mit dieser Lösung wird es aber auch zu einer Teuerung
bei den Schiffbaupreisen kommen. Dies könnte zur Folge haben,
daß bei der Rendite kleinere Einbußen möglich sind.
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