Schiffsbeteiligungen
Ungewöhnliche Neuerung im Beteiligungsmarkt
Bei unseren Recherchearbeiten
bezüglich aktueller Angebote ist uns ein Angebot aufgefallen,
das mit einer Innovation aufwarten kann, der Rückzahlungsgarantie
des eingezahlten Kapitals nach 10 Jahren. Es handelt sich um denTonnagesteuer-Flottenfonds
II von Ownership. Drei Schiffe sind zu einem Fonds verschweißt
worden, die sicherlich aus Überlegungen der Risikodiversifizierung
auch gut zusammen passen. Dies ist ein Fonds, der in den kalkulatorischen
Daten sicherlich an Grenzen stoßen könnte, weil die
Kalkulationsgrundlagen sehr optimistisch betrachtet wurden, aber
ok, das kennen wir zur Genüge! Ein Alleinstellungsmerkmal
zeichnet diesen Fonds allerdings aus, die "Quasiversicherung"
des Werterhalts des eingezahlten Kapitals nach 10 Jahren. Die
Besonderheit dieser Idee hat sich uns leider verschlossen. Aber
vielleicht spricht diese Innovation die Anleger an!
Zunächst einfach
die Fakten! Es handelt sich um einen Fonds, in dem zwei Multipurpose-
Schiffe mit einer Tragfähigkeit von 12.782 tdw, bzw.einer
Containerstellplatzkapazität von 665 TEU (528 TEU homogen)
ohne Kühlanschlüsse und ein Containerschiff ohne Ladegeschirr
mit einer Stellplatzkapazität von 1080 TEU (700 TEU homogen),
davon 220 Kühlcontaineranschlüsse, zusammen gefaßt
sind. Also eine gängige Konstruktion zur Risikostreuung.
Die beiden Mehrzweckfrachter, Werftablieferung Mai und Juni 2006,
sind zunächst für drei Jahre an Beluga Chartering für
eine Nettorate von USD 9.800/Tag verchartert. Die Charter ist
relativ hoch, aber realisierbar, auch in der gegenwärtigen
Zeit! In der Anschlußbeschäftigung sind die Schiffe
allerdings mit USD 10.250/Tag weiter gerechnet. Blickt man auf
die Erfahrungswerte dieser Schiffsklasse, ist diese Prognose sicherlich
optimistisch, insbesondere vor dem Hintergrund eines leicht sinkenden
Marktes mit einer starken Seitwärtsbewegung, d.h. der Zenith
des Marktes ist überschritten. Es gibt zwar keinen längerfristigen
Index für diese Schiffsklasse, zumindest ist uns keiner bekannt,
aber es gibt natürlich Vergleichswerte für diesen Schiffstyp,
und die liegen im Schnitt der letzten 5 - 6 Jahre, die wir für
symptomatisch halten, bei USD 8.700 - 8.800/Tag.
Bei dem Containerschiff
ohne Ladegeschirr, Ablieferung 04/2006, liegen die Eckdaten weit
weg von der Realität, weil hier ein 5 Jahreschartervertrag
mit einer Rate von USD 16.689/Tag kalkuliert wurde. Sicherlich
ist der Charterer Delphis B.V. , Niederlande, eine sehr gute Adresse,
der nach unseren Kenntnissen des Marktes den Kontrakt auch abfahren
wird. Aber der Kaufpreis des Schiffes ist sehr hoch und es könnte
sein, dass die Höhe der Charter in den Kaufpreis eingepreist
ist, ein durchaus gängiges Verfahren im Markt. Daran ist
auch nichts Anstößiges zu finden. Es ist einfach sehr
eng gerechnet worden, aber jeder Anleger sollte sich des Risikos
bewußt sein, auf das er sich einläßt. Abschlüsse
für vergleichbare Schiffe: MS MITO STRAIT und MS LEINE 1118
TEU, Kühlcontainer k.A., 13760 tdw identisch zum Prospektschiff,
19,6 kn identisch Prospektschiff für 60 Monate an Delphis
B.V. (gleicher Charterer !) für USD 12.500,-- verchartert!
Bei einem niegrigeren Intake (38 TEU) machen selbst die 220 Kühlcontainer,
sofern die o.g. Schiffe keine Kühlcontainer haben sollten,
keinen Unterschied von USD 4.189,-- aus!
Erstaunt hat uns die
"Rückversicherung" der Kapitaleinlage als quasi
Schutz-Angebot, mit dem der Anleger nach unserer Auffassung keinen
echten Vorteil gewinnt! Für einen Abschlag von 2,5% p.a.
von den prospektierten Ausschüttungen (2006 nur 1,25%) wird
dem Anleger die Sicherheit offeriert, dass er nach 10 Jahren,
zum 31. 12. 2016 zu 105% seiner Einlage, also incl. 5% Agio aus
dem Fonds aussteigen kann. Damit dokumentiert der Emittent seinen
Anlegern gegenüber eine Sicherheit, die wir hier in Frage
stellen möchten, weil unnötig! Wenn ein Projekt sicher
ist, dann braucht man keine Rückversicherung, für die
der Anleger zahlen muß! Dies kommt einer Versicherung nahe,
die ein Arbeitnehmer für seine Gehaltszahlung abschließt!
Der zu zahlende Beitrag
für diese Sicherheit beträgt über die Laufzeit
der Beteiligung bis Ende 2016, am Beispiel einer Beteiligung von
EURO 100,000,-- zzgl. 5% Agio, insgesamt 10 x 2,5% und einmal
1,25% der Nominaleinlage. Dieser Betrag wird von den Ausschüttungen
abgezogen und einbehalten. Der Einbehalt entspricht über
die Laufzeit des Fonds bis zum 31.12.2016 einem Aufwand von EURO
26.250,--. Dies ist sicherlich ein stolzer Betrag zur Absicherung
eines Betrages von USD 105.000,--, nämlich exakt 25% des
eingezahlten Betrages incl. 5 % Agio!
Aber was ist hier überhaupt an Risiko abgesichert
worden?
Der Restwert der Schiffe, auch wenn
die Kaufpreise etwas überhöht sein mögen, wird
nach zehn Jahren sicherlich noch bei ca. 65 % der historischen
Anschaffungskosten von USD 73 Mio. liegen. Dies entspricht den
allgemeinen Erfahrungswerten der Branche! Dieser Wert entspricht
aber rd. 150 % des historischen Eigenkapitals des Fonds. Selbst
wenn der Wert nur bei 50% der historischen Anschaffungskosten
der Schiffe liegt, weil dieser überhöht ist, beträgt
der Gegenwert der Beteiligung noch rd. 120% des eingezahlten Eigenkapitals
von 105%. Muß man bei diesen Eckdaten überhaupt ein
Risiko abzusichern?
Der Einbehalt von USD
26.250,-- über die Laufzeit von 10 Jahren könnte anderweitig
wesentlich besser investiert werden, vorausgesetzt, das Emissionshaus
glaubt an seinen eigenen Fonds. Setzt man die einbehaltene "Garantieprämie"
von USD 26.250,-- mal ins Verhältnis zur Laufzeit, dann entspricht
die Prämie einem Monatsbeitrag von USD 218,--. Legt man diesen
Betrag z.B. bei Templeton Growth an, so erhält man bei 10
Jahren Laufzeit und einem angenommenen Zins (Erwartung) 6% USD
35.419,-- zurück. Bei 8% Renditeerwartung sind dies USD 39.267,--
und bei der Durchschnittsperformance des Templeton Growth Fund
von 14% p.a. über 50 Jahre (siehe Aussagen von Templeton)
USD 53.755,--.
Weshalb soll sich der
Anleger für teures Geld rückversichern, wenn bei einer
scheinbar sicheren Anlage, wie oben dargestellt, gar kein Risiko
besteht? Selbst bei normalem Verlauf des Fonds und einer Abgabe
der Beteiligung in den Zweitmarkt nach 10 Jahren wird der Anleger
mit der Alternativanlage seiner Beiträge in einem Investmentfonds
nach 10 Jahren besser gestellt sein! Insgesamt fanden wir es verblüffend,
das nicht ein großer Assekuranzmakler das Risiko versichert,
sondern eine neu gegründete GmbH, deren Haftung nur auf ihre
Einlage begrenzt ist! Die Werthaltigkeit solcher Garantien ist
sicherlich vielen Anlegern durch die Berlinimmobilien klar geworden!
Ein abschließendes
Problem haben wir dabei noch gar nicht zur Sprache gebracht: Fonds,
die im USD gezeichnet werden und die Ihre Auszahlungen im USD
leisten, verlagern das Währungsrisiko auf den Anleger, stehen
aber in der Leistungsbilanz gut da, weil sich keine Abweichungen
ergeben. In unseren Augen, aus Sicht des Anlegers ein trauriges
Prozedere, weil die wenigsten Anleger im USD investiert sind und
nicht über die nötige Erfahrung verfügen, ein vernünftiges
Währungsmanagement zu betreiben. Man kann diesbezüglich
geteilter Meinung sein, wenn man die Interessen des Anlegers im
Blickwinkel hat, aber das Thema Währungskongruenz wird von
immer mehr Emissionshäusern verfolgt. Somit hat in Bezug
auf das Währungsrisiko der Anleger den "schwarze Peter",
weil er das Währungsrisiko trägt!
Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem sinnvoll
strukturierten Schiffsfonds beteiligt und legen das Geld alternativ,
wie oben gezeigt an,
was dann aus Ihrer Beteiligung wird.
Sprechen Sie mit uns über Schiffe und die
Konditionen Ihrer Beteiligung !